| | 09.05.2012
AUSTRIA - Literatur aus dem Nachbarland
Gespräch und Lesungen mit:
Marlene Streeruwitz
Heinz D. Heisl
Moderation: Elisabeth Boner
La Suite
Hotel du Théâtre
Seilergraben 69
8001 Zürich
Die aktuellen Bücher:
Die Schmerzmacherin.
von Streeruwitz, Marlene
S. Fischer Verlag
Leute werden verschleppt, verschwinden, werden eingesperrt oder gefoltert. Amy arbeitet für einen privaten Sicherheitsservice, sie kann die Korruption und Gewalt nur ahnen, die sich als Abgrund hinter den geheimen Operationen abzeichnet. Als sie beschließt auszusteigen, gerät sie endgültig in die Fänge einer undurchsichtigen, aber brutalen Organisation.
Amys Verlorenheit korrespondiert mit dem Ringen um die Wahrnehmung der Realität. Was kann sie glauben? Wer ist sie selbst? Und vor allem: Was passierte an dem Tag, an den sie sich nicht erinnern kann?
Marlene Streeruwitz entwirft in ihrem meisterhaften Roman ein unheimliches und unvergessliches Szenario und fragt nach dem Ort des Individuums in einer zunehmend privatisierten Öffentlichkeit.
Marlene Streeruwitz, geboren in Baden bei Wien, Studium der Slawistik und Kunstgeschichte in Wien. Autorin und Regisseurin von Theaterstücken und Hörspielen. Für ihre Romane wurde sie mehrfach ausgezeichnet. Die Autorin lebt in Wien und Berlin. 2009 erhielt sie den Peter-Rosegger-Literaturpreis der Steiermark und 2012 den Bremer Literaturpreis.
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Greiner
von Heisl, Heinz D.
Dittrich Verlag
Vor sechs Wochen hat Konrad Greiner sein Vorhaben, mit dem Schreiben aufzuhören, endlich zur Tatsache werden lassen. Trotzdem aber lässt sich der berühmte österreichische Schriftsteller (dessen Werke in einem großen deutschen Verlag erscheinen) noch einmal zu einer Vortragsreise nach Japan einladen. Und dort in Japan, im Café »Excelsior« im Roppongi-Viertel in Tokio, beginnt der Roman »Greiner«, den er jedoch niemals mehr schreiben wird. Ein Roman über den Literaturbetrieb ist es und ein Roman über Österreich (im Speziellen über seine engere Heimat Innsbruck). Alle und alles zerrt der Greiner ans Licht und stellt er bloß, einschließlich - oder vor allem - sich selbst. Und es mag wohl an der Entfernung liegen, dass aus dem folg- und fügsamen Schriftsteller, ein durch und durch unbequemer Schreibender hätte werden können. Aber keine Zeile mehr schreibt er nun, im Gegenteil, eine bereits begonnene Prosaarbeit sowie die Notizen zu einem Roman, werden im Papierkorb des Café »Excelsior« entsorgt. Wie der Greiner, so pendelt auch der Leser zwischen zwei Kulturen und zwei Gefühlen gleichzeitig, um einmal von einer Abneigung gepackt zu werden, und hinterher der Faszination des Wechselspiels zu erliegen. Wer sich, wie im letzten Roman »Abriss«, auf diese Sprache einlässt, der wird einmal mehr einen österreichischen Sprachurlaub genießen können, der sich mit japanischer Kulturerfahrung vermischt.
Heinz D. Heisl, geboren 1952, freier Schriftsteller, lebt zur Zeit in Zürich und Innsbruck. Es gibt von ihm zahlreiche Arbeiten für Funk und Theater. "Das Hirnrad" - Ein literarisches Neuntagerennen (1992), "Das zerbrochene Wort" (1993), "Die Psalmen"- Schrapnelle eines gottlosen Dichters (1994). Beim Haymon sind die "Zugsgeschichten" und bei Dittrich der Roman "Abriss" erschienen. Heisl ist Mitbegründer des Festivals "Sprachsalz" in Hall bei Innsbruck.
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Bericht des Präsidenten zur Generalversammlung 2011 in Zürich
Das Vereinsjahr 2010 mit Saison 2010/2011 präsentierte sich literarisch sehr mannigfaltig. Ganz bewusst wurden Autorinnen und Autoren eingeladen, die nicht unbedingt gleich ein neues Buch veröffentlichten, sondern wir luden Namen ein, die auch zu entdecken galten. Auch in dieser Saison frönten wir uns der Vermittlung der Literatur aus verschiedenen Gattungen und dem Wunsch, nicht auf Bestsellerlisten achten zu müssen.
Dazu gehörten auch ungewöhnliche Lesungen und literarischen Töne wie beispielsweise die „Gebirgspoeten“ mit Rolf Hermann (Wallis), Achim Parterre (Emmental) und Matto Kämpf (Bern). Mit schwarzem Humor, Pseudoidylle auf der Alp und Karikatur der Schweizer Befindlichkeit lasen und sangen die Drei Gedichte und Geschichten vor. Das Publikum goutierte mit langem Applaus und auch durch längeres Verbleiben beim Apéro um die drei jungen Autoren besser kennen zu lernen.
Barbara Wangler und Martine Grosjean vermitteln durch ihre Gäste immer wieder Einblicke ins literarische Schaffen in den italienischen und französischen Sprachräumen.
An diesem gut besuchten Abend las Alberto Nessi aus seinem neu erschienenen Gedichtband “Ladro di minuzie”. Nessi beobachtet die „Kleinigkeiten“ des Lebens und gibt ihnen eine Stimme.
Als Leta Semadeni zu Gast im Literarischen Club war und im Gespräch mit Ralph Müller von ihrer Arbeit erzählte, wurde sie durch beachtliche Medienpräsenz auch einem breiteren Publikum bekannt gemacht. Ein paar Tage vor der Lesung im Club konnte man sie im Radio DRS2 hören und ihre zweisprachige Lyrik in Deutsch und Rätoromanisch ließen die Schönheit beider Sprache Ausdruck verleihen.
Aus Österreich war bei Elisabeth Boner der Wiener Schriftsteller Gerhard Ruiss Gast. Sehr anregend erzählte er über seine eigenen Texte aber vor allem beschäftigt er sich mit dem Schriftsteller Oswald von Wolkenstein, der im 14. und 15. Jahrhundert lebte und schrieb. Ruiss übersetzte Wolkensteins Gedichte dergestalt, dass sie für unsere Zeit wieder konsumierbar wird.
Ingrid Fichtner, Esther Spinner und Ulrike Ulrich diskutierten vor erfreulich großem Publikum über die Frage, ob Literatur nicht doch weiblich sein könnte. Mit Scharm, Schalk und Ernsthaftigkeit wurde die Wirkungskraft der Literatur auf beide Geschlechter erörtert. Auch stellten die drei Autorinnen ihre aktuellen Bücher vor.
Am 4. September 2010 organisierte der Literarischer Club zusammen mit der Galerie Pendo ein offener Tag ins Untergrundlager des legendären Pendo Verlages. Bei Snacks, Wein und Orangensaft konnten Interessiert den ganzen Tag über Bücher aus der literarischen Schatzkammer entdecken und an Lesungen teilnehmen. Unter anderem lasen und besuchten an diesem langen Samstag folgende Menschen aus der Welt der Kultur:
Irene Borquin, Beat Brechbühl, Werner Bucher, Burkhard Jahn, Heinz D. Heisl, Gabrielle Alioth, Esther Spinner, Magdalena Kauz, Martin Dreyfuss und viele andere.
Der Pendo Verlag wurde 1971 von der Reporterin Gladys Weigner und dem Fotografen Bernhard Moosbrugger in Zürich gegründet. Gladys Weigner war den ganzen Tag über präsent und in Gesprächen mit den Gästen vertieft und vom verstorbenen Bernhard Moosbrugger wurden Bilder gezeigt. Es war ein kleines Tages-Festival zu Ehren des alten Pendo Verlages und für den Großeinsatz durch den Vorstand sei hier verdankt.
Wir verzichten auf eine vollständige Zusammenfassung aller Veranstaltungen, möchten aber doch festhalten, dass die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Häusern sehr gut klappte. Der Club reiste quasi mit den Veranstaltungen durch die Stadt und bespielte mit seinem Programm ganz verschiedene Orte wie Hotel du Theatre am Hirschgraben, Pestalozzi-Bibliothek an der Zähringerstraße und am Lindenplatz oder im Karl der Große beim Fraumünster.
Es scheint sich bewährt zu haben, dass wir wie Nomaden durch Zürich mit dem schönen Literaturprogramm von Bühne zu Bühne ziehen.
Der große Einsatz von Waltraud Schramm und Agnes Bäumle sei hier auch erwähnt und wir sind alle sehr froh um sie. Zudem sei auch Waltraud Schramm für die ganze Administration herzlich gedankt!
Ohne Geld geht auch in der Kultur fast nichst und so möchten wir allen Mitgliedern für das regelmäßige Einzahlen der Beitrage danken und auch folgenden Unterstützern möchten ein großes Dankeschön ausrichten:
Stadt Zürich
Isabell & Dr. Friedrich Vogel Stiftung
Stiftung Felsengrund
Der Literarische Club Zürich - vormals Lesezirkel Hottingen - freut sich auf neue Abende mit neuen Texten von Künstlerinnen und Künstler nder schreibenden Zunft.
Ihr Präsident
Urs Heinz Aerni, 13. April 2011
Der Literarische Club Zürich (vormals Lesezirkel Hottingen) wird unterstützt von der Stadt Zürich, der Isabell & Dr. Friedrich Vogel Stiftung und der Stiftung Felsengrund.
Auskunft und Anmeldungen für Mitgliedschaft:
Waltraud Schramm
Rigiweg 4
8604 Volketswil
Telefon: 044 945 54 80 | |
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